Pferde leben und haben Bedürfnisse und Gefühle, genau so wie wir Menschen auch. Sie können nur entspannen, wenn ihre wichtigen Bedürfnisse erfüllt sind, genau so wie wir Menschen auch. Das sind naturgegebene Gesetzmässigkeiten.

Welche Bedürfnisse haben Pferde?

Das wichtigste Bedürfnis, das Pferde auch ständig diskutieren, ist Sicherheit. Als Beutetier ist das Pferd sehr schnell besorgt um sein Leben. Um bei Gefahr schnell und gut organisiert fliehen zu können, hat eine Pferdeherde ein glasklare Aufgabenteilung, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass jeder weiss, wer wen führt und wer sich führen lässt. Dieses Thema wird über Raum-Diskussionen geklärt: Mein Raum – Dein Raum. Je vertrauter zwei Pferde miteinander sind, desto weniger Raum brauchen sie zwischeneinander um entspannen zu können.

Pferde sind Lauftiere aus der Steppe. In der Natur sind sie bis zu 16 Stunden am Tag unterwegs auf der Suche nach Essbarem. Deshalb sind Pferde Dauerfresser und können immer nur kleine Portionen Futter aufnehmen. Der Körper des Pferdes hat sich so entwickelt, dass er sich fast ständig bewegen will. Dabei benötigen sie soziale Kontakte und Verbindung genauso wie wir Menschen.

Und Pferde brauchen Wetter, die ganze Palette. Sie verfügen über eine gut funktionierende Thermoregulation  – wenn sie artgerecht aufgezogen und gehalten werden.

Ein Leben in einer Box wird für ein Pferd früher oder später unerträglich. Das äussert sich dann auf unterschiedliche Art und Weise, z.B. Hospitalismus, Atemwegserkrankungen, Verdauungsprobleme oder Sehnenschäden.

Wenn ich mein Pferd respektiere, dann achte ich darauf, dass es bekommt, was es braucht. Denn es ist meine Verantwortung.

Artgerecht ist Offenstallhaltung in artgerechter Gesellschaft mit ausreichend Platz zum Laufen und sich gegenseitig ausweichen. Eine Pferdeherde muss mit Bedacht zusammengestellt werden, damit nach ein paar Monaten Ruhe einkehren kann. Die Gruppe braucht eine Rückzugsmöglichkeit an einen geschützten Platz, wenn Wetter oder Insekten arg werden – eine, in die alle gleichzeitig reingehen.

Unsere Herde hat das ganze Jahr über die Freiheit selbst zu entscheiden, ob sie sich drinnen in einem grossen gemauerten Stallgebäude aufhalten wollen, oder lieber draussen auf dem grossen Paddock mit Gefälle-Stellen, Bäumen und Inseln, befestigten Futterplätzen und ein paar befestigten Trampelpfaden, damit sie bei Nässe trockenen Fusses die einzelnen Stationen erreichen können. Ein Paddock-Trail von ca. 600 Meter Länge wird gerne für kleinere und grössere Rennen genutzt:

 

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